Marketing und mehr mit Twitter
Dass Twitter ein wirklich sinnvolles Marketing-Tool sein kann, spricht sich allmählich herum. Gleichzeitig herrscht aber auch noch viel Unsicherheit darüber, wie man Twitter nun tatsächlich nutzt. Das fängt schon dabei an, wie man ein Account überhaupt anlegt, wie man Follower gewinnt usw.
Für diese ersten Fragen gibt es bereits einige Tutorials, zum Beispiel auch meinen Ultimativen Newbie-Guide zur Twitter-Kompetenz.
Aber wie geht es dann weiter?
Diese Frage wollen Dirk Henningsen und Stefan Berns ab sofort in ihrer Twitt’Academy beantworten. Sie sind die Geschäftsführer der ersten deutschen Unternehmensberatung für Twitter, und haben seit der Gründung im Mai 2009 bereits über 50 Unternehmen beraten und betreut.

Sie haben vor, ihren Teilnehmern den optimalen Umgang mit Twitter von Anfang an nahe zu bringen. So gibt es in der Twitt’Academy beispielsweise Videokurse, mit deren Hilfe Twitter anschaulich erklärt wird, sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die genau erklären was man wann warum tun sollte.
Dazu kommt noch die Möglichkeit, sich in einem Forum mit den anderen Teilnehmern auszutauschen. Je nach gewähltem Abomodell kann man außerdem auch noch an einem Online-Seminar teilnehmen oder sich persönlich von einem der beiden Twitt’Coaches beraten lassen.
Als besonderen Vorteil schätze ich dabei ein, dass Twitter über die Twitt’Academy vollständig auf Deutsch zu nutzen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass damit für viele, die ihrem eingerosteten Schulenglisch nicht so recht trauen, eine große Hürde aus dem Weg geräumt wird.
Die ersten 30 Tage kann man die Twitt’Academy übrigens kostenlos prüfen. Erst dann wird der erste Mitgliedsbeitrag fällig. Das finde ich fair.
Allerdings stehen nur 500 Plätze zur Verfügung, und ich glaube, die werden sehr schnell weg sein, weil das Interesse daran, wie man mit Twitter auch Geld verdienen kann, doch ziemlich groß ist. Meine Empfehlung: jetzt gleich anmelden!
Kürzlich hatte ich ja schon danach gefragt, was eigentlich deine Ziele auf Twitter sind und eine Umfrage dazu gestartet, was die Leute dafür tun, um Follower zu gewinnen.
Hier das Ergebnis:
Natürlich sind 78 Teilnehmer nicht wirklich repräsentativ (und wenn, dann ja höchstens für meine Follower), aber der Trend geht doch eindeutig in die Richtung, dass kaum jemand Automatisierungs-Tools nutzt.
Je mehr Follower, umso eher virale Effekte
Ich halte es zwar inzwischen für durchaus legitim, viele Follower erreichen zu wollen. Wenn ich eine breite Basis für die Weiterverbreitung meiner Botschaften habe, kann das grundsätzlich nicht schaden, und wer Twitter zu Marketingzwecken nutzen will, tut gut daran, dafür zu sorgen, dass möglichst viele Menschen seinem Account folgen. Damit erweitert sich die Chance auf Re-Tweets und somit auf eventuelle virale Effekte.
Allerdings habe ich auch nichts davon, wenn mir ganz viele Accounts folgen, die absolut keine Beziehung zu mir und meinem Angebot haben. Die lesen dann nämlich sehr wahrscheinlich auch meine Tweets nicht, verbreiten sie ergo nicht weiter und nützen mir daher gar nichts, noch nicht mal meinem Ego, denn was bringen 27.342 Follower, von den 27.136 einfach nur wie wild Kontakte sammeln?
Bewusst qualifizierte Gefolgschaft aufbauen
Hinzu kommt noch der Aspekt “digitale Reputation“. Ich würde kürzlich von einer Verfolgerin angesprochen, warum ich Twitterer XY folgen und ihn sogar empfehlen würde – der sei doch einfach unmöglich, dieser Typ, so ein lästiger Follower-Sammler, der wirklich nur nerve …
In diesem speziellen Fall habe ich gute Gründe, demjenigen zu folgen und ihn auch zu empfehlen, aber die Geschmäcker sind natürlich verschieden. Und es kann sein, dass einige andere sich ebenfalls gewundert haben, allerdings ohne ihre Bedenken zu äußern. Vielleicht haben sie mich einfach still und heimlich entfollowed. Weiß ich nicht, finde ich auch nicht so wichtig, aber es zeigt, dass “meine” Follower schon sehr wach dafür sind, was ich inhaltlich von mir gebe. Ich unterstelle mal, die meisten folgen mir aus einem Grund – und der ist hoffentlich, dass meine Tweets ihnen einen gewissen Nutzen bringen.
Wenn ich nun vermehrt Accounts folge, die als reine Kontaktesammler bekannt sind, wirkt sich das auf die Qualität meiner Timeline aus – da erscheinen dann nämlich eher wenig gehaltvolle Tweets. Follower, die auf Qualität achten, bemerken so was. Und dann ist der gute Ruf ganz schnell ruiniert.
Eine Frage der Reihenfolge: erst Masse, dann Klasse!
Deshalb achte ich sehr bewusst darauf, wer mir folgt und wem ich umgekehrt zurückfolge. Nichts gegen Masse, ganz im Gegenteil – aber mir ist wichtig, dass das einigermaßen qualifizierte Kontakte sind, also Menschen, die selbst auch was zu sagen haben und nicht nur Werbetweets, eigene Angebote, oder Versprechen, wie man schnell reich wird, in die Welt schicken. Masse und Klasse müssen sich nicht ausschließen. Ich denke, es ist eher eine Frage der Reihenfolge: Erst Klasse, Masse kommt dann mit der Zeit von ganz allein.
Wenn man dabei durchaus strategisch vorgeht und gezielt Accounts mit ähnlichen Interessen verfolgt bzw. solche sucht, die sich für das eigene Angebot tatsächlch interessieren könnten, dann kann man den Aufbau eines qualifizierten Netzwerks auf jeden Fall beschleunigen. Kann ich jedenfalls nur empfehlen.
Wer sich für das Thema Twitter und Marketing interessiert, für den ist die Mitgliedschaft in dieser Gruppe eigentlich Pflicht. Umso mehr freue ich mich darüber, dass TwittCoach Stefan Berns mich gern als Co-Moderatorin dabei haben möchte.
Die Gruppe richtet sich an alle Unternehmer/-innen, Selbstständige, Freiberufler und andere Menschen, die erforschen wollen, was in punkto Kommunikation und Marketing mit Twitter möglich ist und sich dabei gegenseitig unterstützen. Ich freu mich über neue Mitglieder!
Qualität macht sich ja scheinbar in unserer Wahrnehmung auch ganz oft an Quantität fest: Als besonders erfolgreich gilt der Star, der mit seiner Performance Stadien füllen kann. Oder das Unternehmen, das sein Produkt millionenfach verkauft. Der Sammler, der die meisten Exemplare seines Sammelgegenstandes sein eigen nennen kann. Der Autor, der Beststeller produziert.
Vielleicht erklärt das, warum Ashton Kutcher und Demi Moore, das Promi-Twitterer-Paar mit seinen Riesenaccounts, ständig in den Medien gehypt wird. Die schier unglaubliche Zahl von Menschen, die den per Twitter verbreiteten Statements der beiden folgen, ist ja tatsächlich enorm (aktueller Stand @APlusK: 3.274.873, @mrskutcher: 1.807.463 Follower). Das scheint ebenfalls zu signalisieren, dass man umso erfolgreicher ist, je mehr Menschen einem auf Twitter folgen.
Allerdings wird dabei gern vergessen, dass die beiden – ebenso wie andere Promi-Twitterer – schon vor ihrer Twitter-Karriere sehr erfolgreich waren. Menschen folgen ihnen also, weil sie bereits berühmt sind, und tragen so mit dazu bei, dass sie noch berühmter werden. Aber sie hatten es durch ihren Promistatus vergleichsweise einfach, sehr schnell eine große Gefolgschaft aufzubauen. Ähnlich wie die berühmte amerikanische Talk-Masterin Oprah Winfrey: Schon bevor sie in ihrer Sendung am 17. April diesen Jahres das erste Mal live twitterte, hatte sie bereits 69.000 Follower.
Ich will jetzt gar nicht in die Diskussion „Masse oder Klasse“ einsteigen, denn ich glaube, es geht hier gar nicht um „richtig“ oder „falsch“. Die Frage ist, was man mit Twitter erreichen möchte. Und danach richtet sich dann die Vorgehensweise, um Follower zu gewinnen.
Als ich mit Twitter startete, war das ein recht spontaner Impuls, und ich bin ohnehin der Typ, der gerne „learning by doing“ betreibt. Eine klare Strategie, wie ich Twitter für mich und mein Business nutzen wollte, hatte ich zu Anfang also nicht.
Nun bin ich seit vier Monaten dabei und kurz davor, bei der Followermarke in den vierstelligen Bereich durchzustoßen. Ganz allmählich reift in mir die Erkenntnis, dass ich Twitter besser als bisher nutzen möchte, um auch neue Interessenten, Kunden und Aufträge zu generieren. Deshalb beschäftige ich mich zurzeit sehr intensiv mit entsprechenden Reports, Tools und Artikeln, um zu entscheiden, welche Strategie in Zukunft für mich sinnvoll sein könnte.
Als erstes hatte ich meinen Account mit @nasenfaktor benamst – das war eine gute Entscheidung, denn ich werde mit diesem Produkt identifiziert. Da ich in der Blogosphäre und über Xing und andere Netzwerke schon recht gut vernetzt bin, hatte ich recht schnell eine dreistellige Followerzahl erreicht. Das weckte natürlich meinen sportlichen Ehrgeiz – ich wollte mehr!
Also rief ich eine Aktion namens #WOMM ins Leben, den ersten Word-of-Mouth-Marathon auf Twitter. Dafür legte ich einen zusätzlichen Twitter-Account an: @mein_tipp. Damit wollte ich erreichen, dass Twitterer sich gegenseitig qualifizierte Empfehlungen geben. Leider war mein Timing nicht so geschickt, denn beinahe gleichzeitig ging Tweetranking an den Start. Gleiche Idee, aber technisch natürlich klar besser umgesetzt. Da konnte ich nicht mithalten, aber ein wenig Aufmerksamkeit und diverse neue Follower brachte mir die Aktion dann doch.
Als vorerst letzten Schritt habe ich dieses Twitter-Blog ins Leben gerufen. Hier schreibe ich über mehr oder weniger neue Tools und meine Erfahrungen damit, veranstalte Umfragen und diskutiere ganz allgemein die Möglichkeiten des Marketings mit Twitter.
Ich hatte von Beginn an auf „Qualitäts-Follower“ gesetzt und war daher den meisten Verfolgern aus den USA oder anderen englischsprachigen Ländern nicht zurückgefolgt. Diese nutzten offenbar Automatisierungs-Tools zur Followergewinnung und waren nicht wirklich an meinen Tweets interessiert, denn schließlich poste ich ausschließlich auf Deutsch. Das wäre ja nicht weiter schlimm gewesen.
Aber dann kam ich auf eine ganz dumme Idee:
Genervt von den vielen M*L*M- und Networkmarketing-Nervensägen (zum Unterschied von echtem Empfehlungsmarketing zu M*L*M siehe diesen Artikel ) publizierte ich ein paar Tweets des Inhalts, sie bräuchten mir gar nicht erst zu folgen, weil ich sie ohnehin blocken würde. Blöd ist nur: Was ein richtiges Automatisierungs-Tool ist, das folgt eben leider ausschließlich bestimmten Keywords. Das hatte ich mir nicht klargemacht …
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Und da stand nun also in meinen Tweets dick und fett M*L*M. Ein Freudenfest für all diese Tools, die mir nun natürlich gnadenlos folgten – weil sie die inhaltliche Bedeutung meiner Tweets gar nicht erfassen konnten. (Und genau aus diesem Grund setze ich hier im Beitrag auch Sternchen zwischen die Buchstaben – man muss sich die Leute ja nicht noch extra anlocken. Ja doch, ich bin lernfähig
)
Das ist im Übrigen aus meiner Sicht auch der größte Nachteil der meisten Automatisierungs-Tools. Wenn man sie nutzt, kann man sich unter Umständen sehr schnell sehr unbeliebt machen … Aber das ist wieder ein anderes Thema.
Die beste Strategie bei unerwünschten Verfolgern ist meiner Erfahrung nach: schlicht ignorieren oder gleich blocken. Dann ist Ruhe im Karton!
Ich habe meine Ziele für Twitter inzwischen klar definiert und für mich entschieden, was ich innerhalb welchen Zeitraums erreichen möchte. Eine wachsende Followerzahl ist für mich kein Selbstzweck, sondern ich will Twitter ganz klar auch zum Marketing und letztlich auch Verkauf meiner Dienstleistungen nutzen, und zwar stärker als bisher.
Noch bin ich nicht ganz entschieden, was die nächsten Schritte sein werden, aber ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.
Wie seht ihr das: Twittert ihr „strategisch“ oder einfach drauflos – oder vielleicht ein Mittelding?
Ich habe dazu eine Umfrage gestartet, schaut doch mal vorbei und stimmt ab: