Marketing und mehr mit Twitter
Kürzlich hatte ich ja schon danach gefragt, was eigentlich deine Ziele auf Twitter sind und eine Umfrage dazu gestartet, was die Leute dafür tun, um Follower zu gewinnen.
Hier das Ergebnis:
Natürlich sind 78 Teilnehmer nicht wirklich repräsentativ (und wenn, dann ja höchstens für meine Follower), aber der Trend geht doch eindeutig in die Richtung, dass kaum jemand Automatisierungs-Tools nutzt.
Je mehr Follower, umso eher virale Effekte
Ich halte es zwar inzwischen für durchaus legitim, viele Follower erreichen zu wollen. Wenn ich eine breite Basis für die Weiterverbreitung meiner Botschaften habe, kann das grundsätzlich nicht schaden, und wer Twitter zu Marketingzwecken nutzen will, tut gut daran, dafür zu sorgen, dass möglichst viele Menschen seinem Account folgen. Damit erweitert sich die Chance auf Re-Tweets und somit auf eventuelle virale Effekte.
Allerdings habe ich auch nichts davon, wenn mir ganz viele Accounts folgen, die absolut keine Beziehung zu mir und meinem Angebot haben. Die lesen dann nämlich sehr wahrscheinlich auch meine Tweets nicht, verbreiten sie ergo nicht weiter und nützen mir daher gar nichts, noch nicht mal meinem Ego, denn was bringen 27.342 Follower, von den 27.136 einfach nur wie wild Kontakte sammeln?
Bewusst qualifizierte Gefolgschaft aufbauen
Hinzu kommt noch der Aspekt “digitale Reputation“. Ich würde kürzlich von einer Verfolgerin angesprochen, warum ich Twitterer XY folgen und ihn sogar empfehlen würde – der sei doch einfach unmöglich, dieser Typ, so ein lästiger Follower-Sammler, der wirklich nur nerve …
In diesem speziellen Fall habe ich gute Gründe, demjenigen zu folgen und ihn auch zu empfehlen, aber die Geschmäcker sind natürlich verschieden. Und es kann sein, dass einige andere sich ebenfalls gewundert haben, allerdings ohne ihre Bedenken zu äußern. Vielleicht haben sie mich einfach still und heimlich entfollowed. Weiß ich nicht, finde ich auch nicht so wichtig, aber es zeigt, dass “meine” Follower schon sehr wach dafür sind, was ich inhaltlich von mir gebe. Ich unterstelle mal, die meisten folgen mir aus einem Grund – und der ist hoffentlich, dass meine Tweets ihnen einen gewissen Nutzen bringen.
Wenn ich nun vermehrt Accounts folge, die als reine Kontaktesammler bekannt sind, wirkt sich das auf die Qualität meiner Timeline aus – da erscheinen dann nämlich eher wenig gehaltvolle Tweets. Follower, die auf Qualität achten, bemerken so was. Und dann ist der gute Ruf ganz schnell ruiniert.
Eine Frage der Reihenfolge: erst Masse, dann Klasse!
Deshalb achte ich sehr bewusst darauf, wer mir folgt und wem ich umgekehrt zurückfolge. Nichts gegen Masse, ganz im Gegenteil – aber mir ist wichtig, dass das einigermaßen qualifizierte Kontakte sind, also Menschen, die selbst auch was zu sagen haben und nicht nur Werbetweets, eigene Angebote, oder Versprechen, wie man schnell reich wird, in die Welt schicken. Masse und Klasse müssen sich nicht ausschließen. Ich denke, es ist eher eine Frage der Reihenfolge: Erst Klasse, Masse kommt dann mit der Zeit von ganz allein.
Wenn man dabei durchaus strategisch vorgeht und gezielt Accounts mit ähnlichen Interessen verfolgt bzw. solche sucht, die sich für das eigene Angebot tatsächlch interessieren könnten, dann kann man den Aufbau eines qualifizierten Netzwerks auf jeden Fall beschleunigen. Kann ich jedenfalls nur empfehlen.
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